Wir präsentieren: Der Himmel über Berlin

Wings Of Desire ist das neue Projekt von Chloe Little und James Taylor, ehemals von INHEAVEN, ein Werk, das die Schichten des modernen Lebens abblättert und stark auf das spirituelle Erwachen Mitte der 90er Jahre verweist, um eine erhabene Wirkung zu erzielen.
Im modernen Zeitalter gibt es ein Gefühl der Beständigkeit; ständige Bewegung, ein Geist, der ständig durch Technologie stimuliert wird, und Wings Of Desire beantwortet dies mit der Frage „warum?“ in einer Zeit, in der die Menschheit ein kollektives Jahr der Reflexion durchläuft.
Mein Favorit der drei bisher veröffentlichten Singles, „Runnin“, beginnt und endet mit Audioaufnahmen aus einem Interview mit Dorian Corey aus dem Dokumentarfilm „Paris Is Burning“ von 1990: „Jeder möchte etwas hinterlassen, einen Eindruck, ein Zeichen in der Welt. Und dann denkst du, du hast ein Zeichen in der Welt hinterlassen, wenn du es einfach schaffst und ein paar Leute sich an deinen Namen erinnern. Dann hast du ein Zeichen hinterlassen. Du musst die Welt nicht verbiegen. Ich denke, es ist besser, es einfach zu genießen. Zahle deine Schulden und genieße es.“

Das fasst die Botschaft der Band ziemlich gut zusammen. „Wings Of Desire“ nennt Noam Chomskys „Manufacturing Consent“ als Einfluss. Chomsky erkannte, dass eine ungleiche Verteilung von Macht und Reichtum zu einer Manipulation der Medien und damit zu einer Manipulation des menschlichen Bewusstseins selbst geführt hatte, die einer elitären herrschenden Klasse zugute kam.
Und Wings Of Desire ist besonders interessant, weil es all diesen breiten Kontext auf einem Bett der Euphorie bietet. Während sie diese Realität, in der wir uns befinden, hinterfragen, ist ihre Musik auch eine Feier dessen, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein. Sie würde perfekt den Kult-Dokumentarfilm „Wild Wild Country“ untermalen, der Bhagwan Shree Ranjneeshs Umzug in die USA in den 90er Jahren behandelt, um eine utopische Gesellschaft aufzubauen, die eher als „verlorenes Paradies“ endete.
Ich liebte INHEAVEN und nach einiger Zeit auf Reisen ist dieses neue, selbstsuchende Unterfangen ein aufregender Aufruf zum Handeln für die Gen-Z; präsent zu sein und das Leben zu genießen, denn es ist kurz.